Dieses Urteil (BGHSt 35, 347) war das erste höchstrichterliche seiner Art zur Rechtsfigur des „Täters hinter dem Täter“ und ist exemplarisch hierfür. Einer der berühmtesten Klassiker aus dem Strafrecht. v. 15.9.1988 – 4 StR 352/88 (BGHSt 35, 347 ff.) Wir verwenden Cookies, damit Du besser auf unserer Seite surfen kannst. Die H, der P und der R lebten in „einem von Mystizismus und Irrglauben geprägten, neurotischen Beziehungsgeflecht“ zusammen. Entsprechend dem ihm von P. – im Einverständnis mit H. – gegebenen Rat stach R. mit einem ihm zu diesem Zweck von P. überlassenen Fahrtenmesser hinterrücks der ahnungs- und wehrlosen O. in den Hals, das Gesicht und den Körper, um sie zu töten. 51; Dreher/Tröndle a.a.O. weil H bei R die Wahnideen hervorgerufen und seine Naivität sowie den daraus entstandenen vermeidbaren indirekten Verbotsirrtum bewusst zielstrebig dirigierend ausgenutzt hat, um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Juli 1986 suchte R. die O in ihrem Blumenladen unter dem Vorwand auf, Rosen kaufen zu wollen. § 25 I 1. § 21 StGB wurde zwar bejaht, dadurch wird aber die Strafbarkeit dem Grunde nach nicht berührt. Ein weiterer Strafrechtsklassiker erwartet dich im heutigen Artikel! Es geht heute um den sogenannten Katzenkönig-Fall. Alle Rechte vorbehalten. Diese Ansicht lehnt konsequenterweise auch andere Fallgruppen der mittelbaren Täterschaft ab, bei denen der Tatmittler keinen „Defekt“ aufweist, insbesondere also die auf Roxin zurückgehende Fallgruppe der mittelbaren Täterschaft kraft organisierter Machtapparate (z.B. Gemäß der von ihr vertretenen strengen Verantwortungstheorie schließt eine Verantwortung des Vordermannes die Verantwortung eines Hintermannes aus. Sachverhalt. A, B und C leben in einem von Mystizismus geprägten neurotischen Beziehungsgeflecht zusammen. Zur Strafbarkeit des R: Diese hatten alle Instanzen bejaht. Falls Du nicht mit der Verwendung von Cookies einverstanden bist, kannst Du einen Opt-Out durchführen oder in deinem Browser das Verwenden von Cookies ausstellen. BGHSt 35,347 16. Das menschliche Werkzeug ist dagegen nicht als Täter der Vorsatztat strafbar. unmittelbarer Täter gem. In diesem skurrilen Klassiker entschied der BGH, dass eine mittelbare Täterschaft auch dann in Frage kommen kann, wenn der Tatmittler als „menschliches Werkzeug“ volldeliktisch handelt, sich also auch strafbar gemacht hat. Teilnahme 23 § 25 I 1. Das, was die unmittelbar handelnde Person zur Tatbestandserfüllung beiträgt, wird dem Hintermann wie eigenes Handeln zugerechnet, weil er seine überlegene Stellung pflichtwidrig ausgenutzt hat. Darüber hinaus bestimmten sie wesentliche Teile der Tatausführung.“. Alt StGB, mittelbarer Täter gem. StGB bestraft – es gibt also zwei Täter. weil er glaubte, dass es notwendig sei, die N zu töten um die Menschheit vor dem Zorn des Katzenkönigs zu retten und daher sein Handeln für gerechtfertigt hielt. 28 Mit Videokursen für Beruf, Studium und Freizeit. Auf Geheiß mußte er Mutproben bestehen, sich katholisch taufen lassen, ,H. ewige Treue schwören; so wurde er von ihr und P. zunächst als Werkzeug für den eigenen Spaß benutzt. Um die Anstiftung nun von der mittelbaren Täterschaft abzugrenzen, muss festgestellt werden ob die Handlungsherrschaft des unmittelbar Handelnden von der Willens- und Wissensherrschaft des Hintermannes derart überlagert wird, dass auch die Tatausführung mittelbar vom Hintermann beherrscht wird. R handelte zwar noch schuldhaft und damit volldeliktisch, wurde jedoch durch den von H verursachten Irrtum derart manipuliert und gesteuert, dass er als menschliches Werkzeug anzusehen ist. Zuletzt kann er das Geschehen aber auch steuern, indem er als Teil eines organisatorischen Machtapparats sich beliebig auswechselbarer Vollstreckungsorgane bedienen kann und auf die Ausführungsbereitschaft eines individuellen Täters nicht mehr angewiesen ist (Willensherrschaft kraft organisatorischer Machtapparate, Bsp. Er allein ist Täter der fraglichen Tat. § 25 I 2. So steuerte sie zum einen psychologisch die Tatplanung und bestimmte darüber hinaus wesentliche Teile der Tatausführung. Staatsexamen, Anzeige: Neuer Karrierepodcast “Life with Baker”, Öffentliches Recht II - Oktober 2020 - Berlin/Brandenburg, BAG bejaht Arbeitnehmereigenschaft eines Crowdworkers. Am späten Abend des 30. In stillschweigendem Einverständnis mit P., der – wie sie wußte – seinen Nebenbuhler loswerden wollte, spiegelte die H. dem R. vor, wegen der vielen von ihm begangenen Fehler verlange der „Katzenkönig“ ein Menschenopfer in der Gestalt der O; falls er die Tat nicht binnen einer kurzen Frist vollende, müsse er sie verlassen, und die Menschheit oder Millionen von Menschen würden vom „Katzenkönig“ vernichtet. Jedoch gibt das Urteil klar der eingeschränkten Verantwortungstheorie den Vorzug. Mit dieser schon vor dem Katzenkönig-Fall bestehenden Ansicht hatte sich der BGH auseinandergesetzt (s. Alt. Problematisch war die Strafbarkeit von H. und P.: „Zu Recht hat das Landgericht auch den Angeklagten P. als Täter verurteilt. Die mittelbare Täterschaft zeichnet sich dadurch aus, dass die Tat durch einen nicht voll deliktisch handelnden Vordermann begangen und von einem überlegenen Hintermann beh... Registrieren Sie sich kostenlos, um Kommentare zu schreiben und viele weitere Funktionen freizuschalten. Alt. StGB. Katzenkönig-Fall - Peter P. und Barbara H. überzeugten den leicht beeinflussbaren Polizeibeamten Michael R. von Existenz eines „Katzenkönigs", der seit Jahrtausenden das Böse verkörpere und die Welt bedrohe. R plagten zunächst Gewissenbisse, doch dann entschied er sich in dem festen Glauben, durch die Opferung der N Millionen Menschenleben zu retten, für die Tat. Er kann den Ausführenden aber auch täuschen und dadurch zum unwissentlichen Vollstrecker seines Planes machen (Willensherrschaft kraft Irrtums/überlegenen Wissens). Entscheidend ist, dass der mittelbare Täter kraft überlegener Willensherrschaft die Tatausführung des unmittelbaren Täters beherrscht, also Tatherrschaft ausübt. 18). Er versuchte, N mit mehreren Messerstichen zu töten, scheiterte aber durch das Eingreifen Dritter, sodass N überlebte. Damit bejahte der BGH für beide „Hintermänner“ eine Strafbarkeit wegen versuchten Mordes. Alt. Mittelbarer Täter nach § 25 I 2. Ist dies der Fall, und kennt der Hintermann die Schuldunfähigkeit des Vordermannes, liegt mittelbare Täterschaft vor. Grundsätzlich ist die mittelbare Täterschaft des Hintermannes zu verneinen, wenn der unmittelbar Handelnde selbst voll verantwortlicher Vorsatztäter der Tat ist, deren Begehung der Hintermann erstrebt. StGB, trotzdem wird der Hintermann als mittelbarer Täter gem. Es handelt entweder straflos, ist nur wegen fahrlässiger Tatbegehung strafbar, nur der Beihilfe gem. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Daß er Kenntnisse hätte haben können, die er im konkreten Fall nicht hatte, braucht an der Tatherrschaft des die Erlaubtheit vorspiegelnden Hintermannes nichts zu ändern; ebensowenig wird dadurch notwendigerweise dem Vordermann die Eigenschaft eines Werkzeuges genommen. Man könnte auch sagen, der Hintermann bedient sich fremder Hände zur Begehung seiner eigenen Tat. Entdecken Sie, was Sie lernen können. Katzenkönig-Fall BGH Urt. Erforderliche Felder sind markiert *. Der Hintermann kann eine Tat beherrschen, indem er den unmittelbar Ausführenden zur Tatbestandsverwirklichung zwingt (Willensherrschaft kraft Nötigung). Redaktionsteam, unsere Autoren und unsere Arbeitsprozesse. Zwar lag ein (indirekter) Verbotsirrtum vor (R glaubte sich „gerechtfertigt“, da er das Menschenopfer zur Rettung der Menschheit vor dem Zorn des Katzenkönigs für notwenig hielt; er zog damit die Grenzen des § 34 StGB zu weit), jedoch war dieser Irrtum relativ eindeutig vermeidbar: „Daß der Angeklagte diesen Interessenkonflikt fehlerhaft abgewogen hat, führt als Bewertungsirrtum auch nicht zum Vorsatzausschluß, sondern zu einem – nach den Feststellungen vermeidbaren – Verbotsirrtum gemäß § 17 StGB (vgl. Dieser hat gemeinschaftlich mit der Angeklagten H., die den Schuldspruch nicht angegriffen hat, die Tat „durch einen anderen“ im Sinne des § 25 Abs. Der Katzenkönig-Fall – Ein Klassiker. Einen Sonderfall bildet jedoch die von der herrschenden Meinung anerkannte Rechtsfigur des „Täters hinter dem Täter“. Er dachte also, man könne ein Leben gegen das Leben aller Menschen abwiegen. § 25 I 2. Somit war R strafbar wegen versuchten Heimtückemordes, §§ 212 I, 211, 22, 23 I StGB. Zum #Weltkatzentag erinnern wir an den KATZENKÖNIG! Eine solche Abgrenzung entspricht den Grundsätzen, die auch für die Beurteilung zwischen unmittelbarer Täterschaft und Teilnahme maßgeblich sind. Strafrecht Classics – Der Katzenkönig (BGHSt 35, 347), Mystizismus, Scheinerkenntnis und Irrglauben « WissMit.com, Strafrecht - Berlin/Brandenburg - Oktober 2020 - 1. Der Angeklagten H. gelang es zusammen mit P., dem leicht beeinflußbaren Angeklagten R. zunächst die Bedrohung ihrer Person durch Zuhälter und Gangster mit Erfolg vorzugaukeln und ihn in eine Beschützerrolle zu drängen. In Wirklichkeit wollte H die N aus Hass und Eifersucht tot wissen. Kritik: Nach einer in der Literatur verbreiteten Lösung muss im Katzenkönig-Fall eine mittelbare Täterschaft ausscheiden, denn diese sei generell nicht denkbar, wenn der Tatmittler strafrechtlich voll verantwortlich ist für seine Tat (sog. Somit bildet dieser Fall eine wichtige Leitlinie, wenn die Problematik der mittelbaren Täterschaft bei Einsatz eines nicht schuldlos handelnden Vordermanns in einer Klausur auftaucht. Kriminalroman, KBV-Krimi 373 – Kommissar Roman Worstedt 3 Weller Katzenkönig. Lenckner in Schönke/Schröder, StGB 23. Die Abgrenzung hängt im Einzelfall von Art und Tragweite des Irrtums und der Intensität der Einwirkung des Hintermannes ab. Dezember 2018. julian. Beide sind nicht etwa deswegen nur Anstifter, weil auch der Mitangeklagte R. als Täter einzustufen war. Ein wertender Vergleich der Fälle des unvermeidbaren Verbotsirrtums – hier ist unbestritten mittelbare Täterschaft möglich – mit denen des vermeidbaren Verbotsirrtums zeigt, daß allein die Vermeidbarkeit des Irrtums kein taugliches Abgrenzungskriterium ist. Danach hätte er als Polizeibeamter unter Berücksichtigung seiner individuellen Fähigkeiten und auch seiner Wahnideen bei gebührender Gewissensanspannung und der ihm zumutbaren Befragung einer Vertrauensperson, zum Beispiel eines Geistlichen, die rechtliche Unzulässigkeit einer quantitativen Abschätzung menschlichen Lebens als des absoluten Höchstwertes erkennen können.“. Strenge Redaktionsvorgaben und ein effektives Qualitätsmanagement-System helfen dabei, die hohe Relevanz und Validität aller Inhalte zu sichern. Dabei gelang es Peter P. und Barbara H., den leicht beeinflussbaren Polizeibeamten Michael R. von der Existenz eines „Katzenkönigs“ zu überzeugen, der seit Jahrtausenden das Böse verkörpere und die Welt bedrohe. Hier handelt der Vordermann, also der unmittelbare Täter, voll deliktsfähig und ist selbst Täter gem. Häufig kommt es vor, dass hinter dem Ausführenden der Tat ein wahrer Täter steht, welcher das Geschehen beherrscht. Durch gezielte Täuschungen und Irreführungen hatte H dem leicht beeinflussbaren R eingeredet, ein seit tausenden von Jahren das Böse verkörpernder Katzenkönig werde Millionen von Menschen töten, wenn R ihm nicht ein Menschenopfer in Form der von H verhassten Nebenbuhlerin N darbringe. StGB ist, wer die Straftat durch einen anderen begeht, d.h. als Hintermann in Kenntnis aller maßgeblichen Tatumstände sich eines menschlichen Werkzeugs bedient, dessen unterlegene Stellung er kennt. Damit nahm R irrig an, die Opferung der N unterfalle dem Rechtfertigungsgrund des Rechtfertigenden Notstandes gem. Diese unmittelbar handelnde Person muss selbst entweder nicht voll tatbestandsmäßig, nicht rechtswidrig oder nicht voll schuldfähig handeln, also auf irgendeiner Stufe des strafrechtlichen Prüfungsschemas einen Defekt aufweisen. Erfahren sie mehr über das Redaktionsteam, unsere Autoren und unsere Arbeitsprozesse. Im vorliegenden Fall kommt es auf die Beantwortung der Frage an, weil den Angeklagten H. und P. – jedenfalls nach Überzeugung des Landgerichts – die für eine Verurteilung wegen Anstiftung zum versuchten Mord erforderliche Kenntnis des tatbezogenen Merkmals der Heimtücke nicht nachzuweisen war. Login, Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. § 34 StGB. Ein Rücktritt lag nicht vor, denn der Versuch war fehlgeschlagen und R ergriff die Flucht. Hierbei ist C mit dem leicht beeinflussbaren B befreundet, beide unterhalten jedoch auch eine Bekanntschaft zu A. Ob sie vor liegt, richtet sich nicht nach starren Regeln, sondern kann nur je nach der konkreten Fallgestaltung im Einzelfall wertend ermittelt werden.

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